Wissenschaftspreis 2020 der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung

Die Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung der Universität Zürich vergibt

Dr. med. Dilmurodjon Eshmuminov

geboren am 9. März 1983

in Anerkennung seiner wissenschaftlichen und klinischen Tätigkeit an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsspital Zürich den Wissenschaftspreis 2020 für seine Arbeit im Forschungsschwerpunkt «An integrated perfusion machine preserves injured human livers for 1 week».

D. Eshmuminov erhielt seine medizinische Ausbildung in Usbekistan. Im Jahr 2009 wurde er mit dem Schweizer Bundesstipendium ausgezeichnet und begann seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am UniversitätsSpital Zürich unter der Leitung von Prof. Pierre-Alain Clavien. Um seine klinische Arbeit fortzusetzen, holte er im Jahr 2010 das Schweizer Staatsexamen an der Universität Bern nach. Dadurch wurde ihm die chirurgische Ausbildung an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am UniversitätsSpital Zürich ermöglicht. Im Jahr 2015 wechselte er in das Labor von Prof. Clavien und schloss sich dem Projekt «Liver4Life» an, welches unter dem Deckmantel des Wyss Zurich durchgeführt wird. Das Wyss Zurich ist ein gemeinsamer Accelerator von ETH Zürich und Universität Zürich und unterstützt zukunftsträchtige Projekte in der Medizin und Robotik, um neuen Technologien und Produkten den Weg in die Praxis zu ermöglichen. Das Projekt Liver4Life brachte das biomedizinische Wissen des Universitätsspitals Zürich und der Universität Zürich mit den ingenieurtechnischen Fähigkeiten der ETH Zürich zusammen. Diesem multidisziplinären Forscherteam gelang es eine Maschine zu entwickeln, die menschliche Lebern während einer Woche ausserhalb des Körpers am Leben erhalten kann. Durch möglichst körpernahe Bedingungen und die Imitierung essentieller Organe kann die Leber in der Maschine weiterleben. Anhand für die Transplantation abgelehnten Organen wurde der Mehrwert der Technologie aufgezeigt. Diese eröffnet die Tür für neuartige Behandlungsmethoden in der Transplantation und Onkologie. Spenderlebern können so vor der Transplantation evaluiert und möglicherweise behandelt werden. Dies würde schlussendlich zu mehr transplantierbaren Lebern und damit mehr behandelten Patienten führen. Der nächste Schritt innerhalb des Projekts ist der Transfer der Forschungsmaschine in die klinische Anwendung. 

D. Eshmuminov hat bereits zahlreiche Publikationen in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht sowie mehrere Preise und Grants erhalten – unter anderem den Forschungspreis des Transplantationszentrum Zürich, Helmut Horten Stiftung (300'000 CHF), PROMEDICA Stiftung (300'000 CHF).