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Prof. Dr. Norbert Bischof, Emeritierter Professor für Allgemeine Psychologie experimentell-mathematischer Richtung

Verstorben am 19. Februar 2026 im Alter von 95 Jahren.

Mit seiner disziplinenübergreifenden Forschung schlug Norbert Bischof eine Brücke zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften. International bekannt geworden ist er unter anderem mit seinem Zürcher Modell der sozialen Motivation, das er an der UZH entwickelte.

Norbert Bischof studierte in Bamberg zunächst Mathematik, Physik und Philosophie und danach in München, wo er 1956 mit dem Diplom-Examen abschloss, Psychologie. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich mit weiteren Studien in Psychologie und Zoologie. So war er von 1958 bis 1965 als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen tätig. 1966 wurde er an der Universität München mit der Arbeit «Grundlagen und Probleme einer Psychophysik der Raumwahrnehmung» promoviert.

1970 habilitierte Norbert Bischof sich in München mit einer Studie zum Thema «Zur Phylogenese des Inzest-Tabus (ein Beitrag zur Diskussion um die Herkunft moralischer Normen)» für das Fach Psychologie. Von 1966 bis 1975 wirkte Norbert Bischof als wissenschaftlicher Assistent beim berühmten Verhaltensforscher und Medizin-Nobelpreisträger Konrad Lorenz am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen. 1975 wurde Bischof als Ordinarius für Allgemeine Psychologie experimentell-mathematischer Richtung an die UZH berufen. Im Juni 1976 hielt er in der Aula der seine Antrittsvorlesung zum Thema «Psychologie und Ethologie: Ansätze zur Synthese». 1997 wurde Norbert Bischof emeritiert und zum Honorarprofessor ernannt.

Norbert Bischof, der eng mit seiner Frau, der Psychologin Doris Bischof-Köhler zusammenarbeitete, galt als international angesehener Vertreter seines Fachs. Mit seiner viel beachteten, disziplinenübergreifenden Forschung, die Fragen der Psychologie, der (Kultur-)Anthropologie, der Philosophie und der Biologie beleuchtete, schlug er eine Brücke zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften. Entsprechend breit ist Norbert Bischofs wissenschaftliches Werk, das von grossen Einzelstudien wie «Das Rätsel Ödipus» oder «Kraftfelder der Mythen» bis zu einem Lehrbuch zur Systemtheorie oder einer Biografie von Konrad Lorenz reicht.

International bekannt geworden ist Bischof auch mit seinem Zürcher Modell der sozialen Motivation, das er in seiner Zeit an der UZH entwickelte. Für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit wurde Norbert Bischof 2003 (gemeinsam mit Doris Bischof-Köhler) mit dem Deutschen Psychologiepreis und 2011 mit dem Bowbly Ainsworth Founder Award ausgezeichnet.