Prof. Dr. Hans Elsasser, Emeritierter Professor für Wirtschaftsgeographie
Verstorben am 15. Mai 2026 im Alter von 82 Jahren.
Hans Elsasser prägte das Geographische Institut massgeblich. In seiner Forschung beschäftigte er sich unter anderem mit den Folgen des Klimawandels auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Alpenregionen.
Hans Elsasser studierte von 1962 bis 1966 an der Universität Zürich Geographie und promovierte 1967 mit der Dissertation «Untersuchungen an Strukturböden im Kanton Graubünden». Nach einem Praxisjahr in einem geologisch-hydrologischen Büro arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung an der ETH. 1972 habilitierte sich Hans Elsasser mit der Arbeit «Die mutmassliche räumliche Verteilung der im sekundären Sektor Beschäftigten in der Schweiz im Jahre 2000».
1978 wurde Hans Elsasser zum Titularprofessor an der Universität Zürich ernannt. Im April 1987 erfolgte die Wahl zum Extraordinarius für Geographie, fünf Jahre später wurde er zum Ordinarius befördert. Er baute das Lehrgebiet der Wirtschaftsgeographie an der Universität Zürich zu einem kompletten Forschungs- und Studienbereich aus. Neben siedlungs- und stadtgeographischen Fragestellungen, der Regionalforschung sowie der Raumplanung beschäftigte er sich vor allem mit der Tourismusforschung. Gerade auf diesem Gebiet leistete er wichtige Pionierarbeit, indem er beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus erforschte.
Mit seinen empirisch fundierten Untersuchungen stiess Hans Elsasser national und international auf grosse Anerkennung. Davon zeugten neben einer regen Vortragstätigkeit an Fachkongressen auf der ganzen Welt und den Mitgliedschaften in bedeutenden wissenschaftlichen Gremien auch zahlreiche in renommierten Zeitschriften publizierte Beiträge. Als Hochschuldozent war es ihm ein Anliegen, sein umfangreiches Wissen und seine Methodenkenntnisse an die Studierenden weiterzugeben und diese für eigene Projekte zu motivieren. Daneben setzte er sich für gesamtuniversitäre Belange ein, so etwa im Rahmen des Reformprojekts «uni 2000» sowie als Präsident der Personalkommission der Universität Zürich.
In Erinnerung bleiben seine Grosszügigkeit und sein feiner Humor. Seine Grosszügigkeit zeigte sich beispielsweise darin, dass er seinen Mitarbeitenden stets viel Spielraum gewährte, ihre eigenen Forschungsinteressen zu verfolgen. Er trug damit auch massgeblich zur Etablierung der geographischen Geschlechterforschung am Geographischen Institut (GIUZ) bei. An einer Dissertationsfeier sagte er einst, er verstehe sich als ein Hafen: Er sei stets neugierig, was die Schiffe, die bei ihm in der Forschungsgruppe einlaufen, für spannende Ladung mitbringen würden, und er sei jeweils unglaublich stolz darauf, was sie beim Auslaufen alles mitnehmen würden.
Weit über seine Pensionierung im Jahr 2009 hinaus blieb er der Universität Zürich und dem GIUZ verbunden – unter anderem als Präsident der Senior:innenuniversität und durch seine regelmässigen Besuche am Institut.