Forschung mit Tieren in Zahlen

2019 wurden an der Universität Zürich 70’943 Tiere eingesetzt, 69'207 für die Forschung und 1'736 für die Aus- und Weiterbildung. Das entspricht einer Abnahme von 5,9% gegenüber dem Vorjahr. Am häufigsten verwendet wurden Mäuse (88,2%), Ratten (3,1%) und Schweine (1,8%).

Ratte
Ratte
Rund 91% der 2019 an der UZH eingesetzten Tiere waren Mäuse und Ratten. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Tierversuche an der UZH 2019

Knapp 9 von 10 an der UZH im Jahr 2019 eingesetzten Tiere waren Mäuse – insgesamt rund 62'500 dieser Nagetiere. Mit deutlichem Rückstand folgen Ratten (rund 2’200 Tiere), Schweine (rund 1’250 Tiere), diverse Amphibien (rund 1'200) und Kühe (rund 950 Tiere). Alle anderen Tierarten bzw. -gruppen machten weniger als 4% der eingesetzten Tiere aus. Knapp 1% waren Haustiere – Hunde, Katzen und Meerschweinchen –, und 4% waren Nutztiere: Schweine, Kühe, Pferde, Hühner, Schafe, Alpakas und Ziegen.

Forschung mit Tieren wird in der Schweiz in 4 Belastungskategorien eingeteilt: die Schweregrade 0 bis 3 (SG 0, SG 1, SG 2 und SG 3). 65,3% der 2019 an der UZH eingesetzten Tiere wurden in nicht oder wenig belastenden, 31,1% in mittelschwer und 3,6% in schwer belastenden Versuchen eingesetzt.

Tierart

Anzahl

Anteil

SG 0

SG 1

SG 2

SG 3

Mäuse

60'928

85,9%

10'343

27'362

21'165

2'071

Ratten

2'232

3,1%

757

632

747

96

Wilde Nagetiere

1'619

2,3%

1'049

570

0

0

Schweine

1'259

1,8%

669

584

6

0

Amphibien (div.)

1'196

1,7%

753

56

0

387

Kühe

949

1,3%

404

545

0

0

Fische (diverse)

862

1,2%

580

282

0

0

Hunde

404

0,6%

304

100

0

0

Pferde

314

0,4%

235

79

0

0

Vögel (diverse)

239

0,3%

4

235

0

0

Katzen

165

0,2%

81

84

0

0

Kaninchen

118

0,2%

0

27

91

0

Meerschweinchen

104

0,1%

100

4

0

0

Wüstenrennmäuse

95

0,1%

0

95

0

0

Geflügel (Hühner)

95

0,1%

95

0

0

0

Schafe

91

0,1%

10

32

49

0

Alpakas/Lamas

85

0,1%

74

11

0

0

Affen (diverse)

81

0,1%

81

0

0

0

Säugetiere (div.)

62

0,1%

62

0

0

0

Ziegen

28

<0,1%

0

24

4

0

Reptilien (div.)

14

<0,1%

0

14

0

0

Esel

3

<0,1%

3

0

0

0

Total 70'943 100,0% 15'604 30'736 22'049 2'554
Anteil     22,0% 43,3% 31,1% 3,6%
Nagetierhaltung
Nagetierhaltung
Professionelle Versuchstierhaltungen am LASC, dem Laboratory Animal Services Center der UZH. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Schweregrad 0 (SG 0): keine Belastung

Erfährt ein Tier in einem Versuch keine Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste, wird es dem Schweregrad 0 zugeteilt. An der UZH betraf dies 22% der 2019 eingesetzten Tiere.

Ein Beispiel hierzu sind die Verhaltensbeobachtungen, mit denen an der UZH soziale und kognitive Fähigkeiten von Totenkopf- und Weissbüschelaffen erforscht werden. Auch Blutentnahmen bei grösseren Tieren, etwa Hunden oder Kühen, zählen dazu.

Schweregrad 1 (SG 1): leichte Belastung

Unter Schweregrad 1 fallen Forschungsarbeiten, bei denen die Tiere kurzfristige leichte Schmerzen oder Schäden erfahren oder die ihr Allgemeinbefinden leicht beeinträchtigen.

Wird einem Tier ein Dauerkatheter in äussere Blutgefässe gesetzt oder eine Hautgewebeprobe entnommen, gilt dies als Schweregrad 1. 2019 fielen 43,3% der in UZH-Forschungsprojekten eingesetzten Tiere in diese Kategorie.

Schweregrad 2 (SG 2): mittlere Belastung

Sind die Belastungen in einem Experiment mittelschwer und dauern nur kurz oder sind diese leicht und dauern aber länger, werden die Tiere in Schweregrad 2 eingeteilt. Dazu zählen etwa wiederholte Blutentnahmen unter Kurznarkose oder chirurgische Eingriffe unter Betäubung, die trotz Schmerzbehandlung im Nachgang zur Operation Schmerzen, Leiden oder Störungen des Allgemeinbefindens hervorrufen können.

An der UZH werden in solchen Studien etwa Schafe eingesetzt, um die Heilung von Sehnen, Knorpel und Knochen zu verbessern. Andere Forschungsteams entwickeln Impfstoffe gegen die Toxoplasmose – eine Infektionskrankheit, die häufig bei Katzen auftritt. 2019 fielen insgesamt 31,1% der Versuchstiere an der UZH unter Schweregrad 2.

Schweregrad 3 (SG 3): schwere Belastung

Sind die Tiere schweren Schmerzen, andauerndem Leiden, schwerer Angst oder schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ausgesetzt oder sind die Belastungen mittleren Grades und dauern mittel- bis langfristig, fallen sie unter Schweregrad 3.

Bei diesen Experimenten werden v.a. Mäuse und Ratten eingesetzt. Erforscht werden schwere, komplexe Erkrankungen wie Krebs, Epilepsie, Alzheimer, Multiple Sklerose und andere Autoimmunkrankheiten oder Organtransplantationen und Infektionskrankheiten. 2019 waren es 3,6% der Tiere, die in UZH-Studien mit Schweregrad 3 eingesetzt wurden.