Forschung mit Tieren

Die moderne Medizin hat enorme Fortschritte zum Wohle der Menschen gemacht - insbesondere auch aufgrund von Tierversuchen. Zahlreiche Krankheiten werden heute besser verstanden, dank der Forschung sind viele heilbar oder das Leiden der Betroffenen kann dank medizinischer Erfolge gelindert werden.

Medizinischer Fortschritt dank Tierversuchen

Die Entdeckung etwa von Insulin, Antibiotika, die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen gegen Krebs und Herzkreislaufstörungen sowie moderne chirurgische und diagnostische Methoden wären ohne Laborversuche an Tieren nicht möglich gewesen.

Die Universität Zürich ist sich bewusst, dass viele Menschen den Einsatz von Versuchstieren kritisch sehen und nur mit Vorbehalten akzeptieren. Sie setzt deshalb wenn immer möglich alternative Methoden ein und forscht nur mit Tieren, wenn nicht anders möglich. Dabei verpflichtet sie sich zu einer vorbildlichen Tierhaltung, sachgerechter Ausbildung der beteiligten Personen, sorgfältiger Versuchsplanung und die Nutzung aller Möglichkeiten, um die Belastungen für die Tiere zu vermindern. Sie regelt dies mit einer strengen Policy (PDF, 146 KB) sowie einer vorbildlichen Umsetzung der 3R-Prinzipien «Replace, Reduce, Refine» (Ersetzen, Verringern, Verbessern).

Maus
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Viele Mäuse werden als Modellorganismen zur Erforschung schwerer Krankheiten eingesetzt. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Tierversuche vorwiegend mit Nagern

Im Jahr 2019 wurden in der Schweiz 572'069 Tiere für Tierversuche eingesetzt, 2,5% weniger als 2018. Gemäss Statistik des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen waren knapp vier von fünf der in Schweizer Universitäts- und Industrielabors verwendeten Tiere Mäuse (68,0%) und Ratten (11,2%). Dann folgen Vögel und Fische mit einem Anteil von 10,4% bzw. 5,0%. Mehr als zwei Drittel der Tiere (69,2%) erfuhren keine oder nur geringe Belastungen. Rund 27,6% der Tiere waren einer mittelschweren Belastung und 3,2% einer schweren Belastung ausgesetzt.

An der UZH in Forschung, Aus- und Weiterbildung eingesetzte Tiere 2019

Güterabwägung für jedes Forschungsgesuch

Der Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Studien erfolgt wie alle beantragten tierexperimentellen Studien erst nach intensiver Prüfung durch die kantonalen Behörden. Die Tierversuchskommission führt für jedes eingereichte Gesuch für Tierversuche eine Güterabwägung durch. Der Nutzen der beantragten Studie wird dabei den für die Tiere entstehenden Belastungen gegenübergesetzt. Nur wenn der Nutzen der Studie überwiegt, empfiehlt die Tierversuchskommission dem Kantonalen Veterinäramt, das Gesuch zu bewilligen. Zudem beurteilen Tierversuchskommission und Veterinäramt, ob das 3R-Prinzip eingehalten wird.